helmut weiländer

in die luft gezeichnet
im nachhinein ergeben die (um)wege von raum zu raum alle einen sinn:
- die ausbildung an der htl-mödling, abteilung für innenausbau. also räume konzipieren, technisch zeichnen, geometrisch und perspektivisch konstruieren.
- das studium an der akademie für bildende kunst, meisterklasse für bühnengestaltung, erst bei lois egg, dann erich wonder, das erfassen des (bühnen)raums als mittel der kunst.
- die berufsbegleitende cad-ausbildung als technischer zeichner, das dreidimensionale konstruieren von räumen als draht(!)gittermodelle (nur durch punkte und linien definiert).
- und dann der wunsch, die herausforderung wirklich in die luft zeichnen zu können, ob der unmöglichkeit immer wieder verworfen, aber vom material gefunden, sich immer wieder darauf einlassend, bis zum arbeiten an den (zwischen)räumen der menschen.

die manuelle arbeit als meditation
sobald sich eine idee festigt, wird ausdruck und haltung ständig überprüft. dieses körper-gefühl ist wesentlicher teil der konzeption, aber auch beim endgültigen formgeben.
das lässt zu belastende themen einstweilen auch nicht zu.
ständiges abstand gewinnen, um immer wieder kontrollieren und korrigieren zu können, erfordert genauso wie das manuelle drahten der linien und das ausformen seine zeit.
jede linie wird bewusst gesetzt und die plastik sehr überlegt zusammengefügt.
frühe übungen* - bewusst ohne kunstanspruch- um sich an körperlichkeit, fragilität und reduktion zu versuchen, führten zur eigenen technik um mit den arbeiten* beginnen zu können und zur künstlerischen auseinandersetzung mit den (lebens)themen.

ecce homo
die zuordenbaren schlagworte wie vereinsamung, singleleben, (keine) liebe und sexualität im alter, behinderung, ausgrenzung, depression vermitteln sich auch durch "das eigene modell in allen rollen sein" und spiegeln aktuelle soziale themen wider.
trotzdem bearbeite ich im grunde nur die klassiker: liebe und tod - manchmal auch gerne mit einem amüsierten blick wie auf die mexikanischen totenkultur und dies über die auseinandersetzung aber nicht der nichtdarstellung des menschlichen körpers. denn da ist nicht nichts - da ist alles im nichts.
so entstanden berührt, gehalten/geborgen, shortstory, innen.
ganz gegenteilig zum konzept der zwischenräume: die abschiede um das jahr 2010. wiederverkörperungen von scheinbar nicht mehr existentem? - vater und eine anamnese über krankheit und alter bis zum tod.

weil es mich mein leben verstehen lässt
zeigen da beim langsamen "sich einschauen", erkennen, entdecken, ergänzen (- durch jeden anders), nahezu immaterielle definitionen dem betrachter das wahre hinter den dingen?
und führt nur durch definition "fest"gelegte materie nicht zur beruhigenden irritation?
lassen die überlagerungen die unendlichen möglichkeiten, die alle im einen existieren, erahnen?
realistische und naturgetreue darstellung wird durch veränderte blickwinkel gleichzeitig zur abstraktion und führt wie die reduktion - im leben wie im werk - zur auflösung.
in leichter bewegung, ständig changierend, innen/aussen, vorne/hinten, realistisch/abstrakt, gleichzeitig zeichnung, plastik, skulptur und schatten - fragile poesie

die arbeit nicht erklären zu wollen, aber vermitteln zu können, lässt mich selber verstehen.

helmut weiländer
lebt und arbeitet in wien, zeichnerbildhauer seit 1992

*) menüpunkte auf www.helmutweilaender.com

Draht m. 'gezogener oder gewalzter Metallfaden', ahd. thrät (11. Jh.), mhd. drät 'Faden, Schnur', mnd. drät, asächs. thräd, aengl. äräd, engl. thread 'Faden, Zwirn, Garn', mnl. draet, nl. draad 'Faden, Draht', anord. äräär 'Faden, Leine', schwed. trŒd setzen germ. preau- voraus, das auf eine mit ie. *tu- Suffix versehene langvokalische Form ie. *trä- der Wurzel ie. *ter(ä)- 'drehend reiben' (s. drehen) zurückgeht. Draht ist ursprünglich das aus Flachs, Wolle u. dgl. 'Gedrehte'. Die dt. Bedeutungsspezialisierung 'gezogener Metallfaden' setzt bereits im Mhd. ein, als man in Stoffe eingewebte Gold- und Silberfäden mit mhd. golt-, silberdrät bezeichnet; die alte Bedeutung wird dagegen im Engl. und Nl. bewahrt, im Dt. noch in Schuster- oder Pechdraht 'Nähfaden des Schusters' (17. Jh.). Aus Telegraphendraht verkürztes Draht tritt in der 2. Hälfte des 19. Jhs. ein für 'Telegraf-, telegrafisch' in Bildungen wie Drahtantwort, -bericht (für Depesche), -meldung. Daher stammt wohl auch die Wendung auf Draht sein 'schnell, tüchtig sein' (20. Jh.). An Telefondraht anknüpfend hei§er Draht 'direkte Telefonleitung für dringende Fälle', zuerst (in der †bersetzung von amerik.-engl. hotline bzw. hot-wire) für die unmittelbare Verbindung zwischen den führenden Staatsmännern der UdSSR und der USA (um 1960). - drahten Vb. 'telegrafieren' (19. Jh.); drahtlos Adj. 'durch Funkverkehr' (20. Jh.). drahtig Adj. 'kräftig, sehnig, gewandt', eigentl. 'fest und biegsam wie Draht' (20. Jh.). Drahtzieher m. 'Drahthersteller' (14. Jh.), 'geheimer Lenker politischer Aktionen' (18. Jh.), im Vergleich mit dem unsichtbaren Marionettenspieler, der die Puppen an Drähten agieren lä§t.